Samstag, 8. Dezember 2007

Rigabär

Ja, also der Rigabär ist ja nun als nächstes dran und schon wieder überfällig. Leider lasse ich mich gerade von den ganzen Unisachen ziemlich stressen und komme zu kaum was anderem, kann auch weder die Vorweihnachtszeit noch die letzten Wochen hier richtig genießen. Ich hoffe, dass sich das am nächsten Wochenende ändert, denn bis dahin muss alles fertig sein, weil wir ja nochmal nach Lappland aufbrechen wollen und da will ich dann auch keine unfertigen Assignments mehr mit hinnehmen, sondern wirklich mit der Uni abgeschlossen haben. Also noch ein paar Tage Arbeit. Allerdings scheint es auch diesmal wieder so zu sein, dass unter Zeitdruck alles besser geht, jedenfalls hab ich den ersten der drei Essays schon geschrieben, fehlen also nur noch zwei. Wenn das mal keine Motivation ist.

Was gibt es über Riga zu sagen... Nachdem wir uns alle drei bei unserer Anreise ein wenig gefragt haben, warum wir denn überhaupt wegfahren, obwohl wir doch eigentlich gar keine Zeit und keinen freien Kopf für Urlaub haben, war die Lust auf eine Städtetour irgendwie gleich null. Mich haben meine Sorgen über den Essay in Art and Visual Culture auch noch nachts verfolgt, zumindest, wenn man Nicis Aussagen Glauben schenkt ;)

Riga bestand jedenfalls für uns erstmal aus viel Schlaf, den wir bitter nötig hatten (hier zu Hause schläft man ja nicht aus, weil das schlechte Gewissen einem einen Strich durch die Rechnung macht, wenn man schläft, anstatt was für die Uni zu tun) und außerdem aus ekelig grauem Regenwetter. Aber was will man Anfang Dezember auch erwarten. Eine Städtetour mit Sonnenschein ist einfach schöner. Daher gibt es auch erst nächstes Mal Fotos im Album, wenn ich denn überhaupt ein paar brauchbare rausfischen kann :)

Nach dem ersten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt konnte ich dann aber doch endlich mal ein bisschen entspannen. Wir haben viel gesehen, also wahrscheinlich, was man in der Altstadt dort so sehen sollte... die Bremer Stadtmusikanten haben mir am besten gefallen, haha. Die Altstadt an sich ist richtig schön, dort ist irgendwie mehr Leben als in Tallinn, wo ich mich gefühlt habe wie in einem riesigen Museum. In Rigas Altstadt gibt es an jeder Ecke gemütliche Cafés und Restaurants - das tat übrigens auch gut, mal wieder einigermaßen ordentlich essen zu gehen zu Preisen, die selbst wir uns leisten konnten. Und dank ebender lettischen Preise haben wir uns nach langer Zeit auch mal wieder ein bisschen Kultur gegönnt, wir waren im Kino, und sogar in der Nationaloper, zur Premiere vom Nussknacker, wer hätte das gedacht! Die Aufführung war, sagen wir mal, interessant... Das, was wir geboten bekommen haben, würde wahrscheinlich nicht überall in der Nationaloper so hoch bejubelt werden. Aber wie dem auch sei.

Man hat auch wieder die östlichen Einflüsse stark gemerkt. Natürlich nicht so sehr in der touristischen Altstadt, aber dafür umso mehr drum herum. Lettland machte für mich ein bisschen den Eindruck wie das westliche Russland. Zwar modern und weltoffen auf den ersten Blick, auf der anderen Seite aber auch wiederum sehr... russisch ist wahrscheinlich das beste Wort :)

Ich glaube, das war alles wichtige, was es von Riga so zu berichten gibt, zumindest fürs erste. Hier in Jyväskylä hat sich der schöne weiße Winter schon wieder kurzzeitig verabschiedet, und der Herbst ist wieder da. Aller Schnee ist geschmolzen bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt (ungewöhnlich!). Es regnet viel und alles ist matschig. Hoffentlich wird es bald wieder kälter; dass ich das mal sage, hätte ich ja auch nicht für möglich gehalten. Aber die bisherige trockene finnische Kälte war wirklich angenehmer als das hier.

Noch ein Wort über die Dunkelheit: die Sonne geht derzeit auf um halb zehn auf und um viertel vor drei unter. Aber meistens versteckt sie sich sowieso hinter den Wolken, sodass man höchstens mitbekommt, dass es mal ein wenig hellgrauer Himmel ist. Da ich ja eh soviel zu schreiben habe und zu Hause hänge, merk ich auch sowieso nicht viel davon.

Jetzt wird aber erstmal geschlaaafen... bis die Sonne aufgeht, oder noch ein Stündchen länger.